Hinweise zur Verarbeitung von Mammutelfenbein

Verarbeitung von Mammutelfenbein

Seit dem Handelsverbot für Elefanten-Elfenbein wird auf alternative Materialien wie Mammut-Elfenbein ausgewichen.

Mammut-Elfenbein unterliegt keinen Handelsbeschränkungen, aber besitzt die gleichen Verarbeitungeigenschaften wie Elefanten-Elfenbein.

Mammuts (Mammuthus primigenius) lebten bis zur letzten Eiszeit in Eurasien und Nordamerika in Kaltsteppen. Die bis zu 3 m großen Tiere (Schulterhöhe) besaßen riesige gebogene Stoßzähne von bis zu 4 m Länge und 150 kg Gewicht pro Stück.

Manche Quellen gehen sogar von 5m Länge und 30cm Durchmesser aus. Allerdings habe ich noch nie Stoßzähne in diesen Abmessungen gesehen.

Ein Problem ist der oftmals schlechte Erhaltungszustand des Mammut-Elfenbeins, Risse im Material kommen verwitterungsbedingt häufig vor. Daher sind Stücke von guter Werkstoffqualität selten. Mammut-Elfenbein weist oft Verfärbungen auf, was durch Mineralieneintrag der umgebenden Erde hervorgerufen wird. Diese Verfärbungen und Risse arbeitet der Kunsthandwerker geschickt in die Gestaltung eines Werkstückes mit ein.

Mein Mammut-Elfenbein stammt aus Jakutien in Sibirien, wo es nur einige wenige Monate im Jahr aus alten Flußsedimenten im Permafrostboden geborgen werden kann. Es ist ungefähr 10.000 – 30.000 Jahre alt.

Mammutelfenbein ist anhand von den Schreger Linien eindeutig von Elefantenelfenbein zu unterscheiden. Einige Quellen behaupten zwar, daß eine eindeutige Identifizierung nur durch eine Materialprobe möglich ist. Ich halte es nur für die Sicherung einer Einnahmequelle.

Zum bearbeiten eignen sich sämtliche Werkzeuge, welche auch für die Bearbeitung von Hartholz geeignet sind.

Hier noch einige Tipps:

  • Vermeide den Kontakt mit Wasser und Feuchtigkeit. Spüle nicht mit Wasser ab. Verwende ein trockenes Tuch.
  • Mammut-Elfenbein lässt sich unter Dampfeinwirkung biegen
  • Trage den Schmuck nicht direkt auf der Haut (Feuchtigkeit), sondern auf Textilien. Beim Tragen auf der Haut empfehle ich ein Aufkleben auf ein dünnes Holzplättchen.
  • Mammutelfenbein kann bei großen Feuchtigkeitsunterschieden reißen. Lass Schmuck und Figuren nach Transporten langsam aklimatisieren – am besten in der Verpackung. Insbesondere der der Wechsel von feuchter Umgebung zu trockener Umgebung ist kritisch.
  • Um ein schnelles Austrocknen des Materials und somit der Rissbildung vorzubeugen, verwende ich zum Lagern von Rohmaterial häufig an den Schnittflächen eine Versiegelung mit Holzleim.

Die Welt des Mammuts

Jörn Meißner

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